Nicht erst seit dem Safe Harbor-Urteil des EuGH registrieren IT-Unternehmen eine zunehmende Nachfrage datenschutzsensibler Kunden von Cloud-Diensten. Microsoft hat nun ein Angebot vorgestellt, bei dem die Daten europäischer Kunden treuhänderisch auf Telekom-Servern in deutschen Rechenzentren gespeichert werden sollen.

Microsoft stellte am 11. November ihr neues Angebot in Berlin vor. Daten sollen nur in zwei Rechenzentren in Magdeburg und Frankfurt/Main gespeichert werden. Verwaltet werden diese von T-Systems, die als „Datentreuhänder“ fungiert. Der Datentreuhänder soll sicherstellen, dass die datenschutzrechtlichen Anforderungen des deutschen Rechts eingehalten werden und der anlasslose und unkontrollierte Zugriff durch US-Behörden unterbunden wird. Microsoft plant, den Dienst ab dem zweiten Halbjahr 2016 anzubieten. Damit reagiert eines der größten IT-Unternehmen auf die unterschiedlichen datenschutzrechtlichen Bedürfnisse seiner Kunden. Das Angebot sei aber keine Reaktion auf das Safe Harbor-Urteil, betonte das Unternehmen. Ein solches Angebot könne nicht innerhalb einer solch kurzen Zeit auf die Beine gestellt werden.

Das Thema Datenschutz beim Cloud Computing beschäftigt Unternehmen und Datenschutzbehörden schon seit längerem. Die deutschen Datenschutzbehörden haben hierzu bereits 2014 Handlungsempfehlungen veröffentlicht. (MaK)